Berechnung von Eindickung und Umlaufwasserqualität im Luftwäscher

Die Berechnung erfolgt in Anlehnung an DIN 38404-10-R 2 / -R3 wie beim Kühlturmbetrieb. An Stelle von Kühlturm- und Wandtemperatur wird die Wassertemperatur im Luftwäscher eingegeben.

3.1. Luftwäscher Eingabemaske

Eingabe der Aufbereitungsart

  • Threshold-Stabilisierung
  • Enthärtung
  • Entcarbonisierung
  • Umkehrosmose nach Enthärtung
  • Umkehrosmose ohne Enthärtung

Eingabe der Richt- und Grenzwerte

  • maximal zulässiger SI:
    Die Problemstellung ähnelt dem Kühlturmbetrieb, jedoch sind empfindliche Bereiche Spritzwasserzonen und Tropfenabscheider. Empfehlung: SImax < 2,0.
  • minimal zulässige Härte:
    Im Unterschied zu Rückkühlwerken sind Luftwäscher oft komplett korrosionsbeständig ausgelegt, so dass keine Resthärte erforderlich ist. Die Eingabe ist bei Ionenaustausch- und Umkehrosmoseverfahren erforderlich.
  • maximal zulässige Härte:
    Der einzige Richtwert, gemäß VDI 6022, ist die zulässige Härte von 7 °dH. Selbstverständlich können abweichende Werte in Abhängigkeit von Raumluftanforderungen, Empfehlungen und Herstellerangaben gewählt werden. Wird der eingegebene Wert auf Grund von Rohwasserqualität und Aufbereitungsart zwangsläufig überschritten, erfolgt eine Meldung mit Hinweis, die Eingabeparameter zu überprüfen.
  • maximal zulässige Leitfähigkeit:
    Begrenzung in Abhängigkeit von Raumluftanforderungen und Wirtschaftlichkeit. Werte < 1000 µS/cm sind im allgemeinen nicht zwingend, jedoch anzustreben
  • Mindestalkalität KS4,3
    Bei Entcarbonisierung muss eine Mindestalkalität eingegeben werden. Diese darf auch unter 3 mmol/l liegen, sofern die Anlage korrosionsbeständig ist
  • E = 5
    Begrenzung des Eindickungsfaktors ohne Korrekturmöglichkeit; höhere Eindickungen sind wirtschaftlich nicht sinnvoll; es überwiegen die Nachteile durch zu hohen Verschmutzungsgrad und zu lange Verweilzeiten.

Eingabe der Betriebstemperaturen

  • Luftwäschertemperatur TLW
    Bei Raumluftklimatisierung: wasserdampfgesättigte Luft bei 12°C entspricht etwa 50 Prozent rel. Feuchte bei 22°C).
  • Kostenrechnung
    Durch Mausklick besteht die Wahlmöglichkeit, eine Betriebskostenrechnung erfolgen zu lassen.

3.1.1. Threshold-Stabilisierung

Zunächst erfolgt eine Kontrolle, ob eine Eindickung überhaupt möglich ist. Algorithmus, wie bei Rückkühlwerk: Ausgehend von der Rohwasseranalyse (E=1) wird in der Schleife E um 0,01 angehoben und so oft durchlaufen, bis einer der eindickungsbegrenzenden Parameter SIWmax , GHmax , LFmax oder E = 5 erreicht ist. Dann liegt E fest.

3.1.2. Enthärtung und Threshold-Stabilisierung

  • Verschneidung
    Speisewasser ist Verschnittwasser von wählbarer Härte. Daraus errechnet sich der Verschneidungsgrad. Die Berechnung erfolgt dann wie bei 3.1.1. Threshold-Stabilisierung.

3.1.3. Entkarbonisierung und Threshold-Stabilisierung

  • Verschneidung
    Wählbar ist die Mindestalkalität im Wäscherwasser und sie bestimmt die Verschneidung. Bei Korrosionsbeständigkeit können geringer Werte als für RKW gewählt werden. Eindickungsbegrenzen sind GHmax , LFmax oder E = 5. (Entcarbonisiertes Speisewasser für LW ist ungewöhnlich und kommt zumeist nur dann in Betracht, wenn es ohnehin zur Verfügung steht).

3.1.4. Entsalzung über Umkehrosmose mit Enthärtung und Threshold-Stabilisierung

  • Verschneidung
    Die Berechnung ist identisch mit der für RKW mit eindickungsbegrenzenden Parameter. SIWmax , GHmax , LFmax. E = 5 gilt immer. Wenn die zulässige max. Leitfähigkeit auf Grund von Anforderungen oder Empfehlungen im Luftwäscherbetrieb den eindickungsbegrenzenden Faktor darstellt, ist die Umkehrosmose zumeist das wirtschaftlichste Verfahren.

3.1.5. Entsalzung über Umkehrosmose ohne Enthärtung und Threshold-Stabilisierung

  • Verschneidung
    Berechnung wie bei 3.1.4.
  • Eingabe von SImax
    Konzentratberechnung der RO-Anlage erfolgt wie unter 2.1.5. beschrieben.

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